Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, fordert eine gemeinschaftliche Kraftanstrengung zur digitalen Aufrüstung Europas. Kann das ein Heilmittel für den großen Rückstand bei Frage nach der Digitalisierung sein, bei der sogar Deutschland nur eine Rolle im Mittelmaß zugewiesen wird?

„Wir brauchen eine Digitalunion, sonst wird Europa international nicht mithalten können“, sagte Oettinger in einem Interview mit der BILANZ. Seine Befürchtung, dass Europa im globalen Wettbewerb zurückfallen könnte, ist durchaus berechtigt. Alleine der Blick auf die verschiedenen Startup-Investments der letzten Jahre zeigt, dass Asien und die USA ein weitaus gründerfreundliches Klima als Europa an den Tag legen. Zudem drohe Europa in der Gesetzgebung auf globaler Ebene und selbst bei rein technischen Lösungen wie dem Breitbandanschluss von ländlichen Regionen das Nachsehen zu haben.

Dies bestätigt die jüngste DESI-Analyse der EU-Kommission, die vor allem Deutschland ein Armutszeugnis bei der Digitalisierung ausstellte. „Wir müssen uns an die Bedürfnisse der Menschen anpassen und unsere Politik entsprechend überdenken“, kommentierte Oettinger das desaströse Ergebnis für Deutschland, bei dem die digitale Leistungsfähigkeit aller EU-Mitgliedsstaaten verglichen wurden. Über diesen Index erfasst die EU-Kommission den Stand der Breitbandversorgung, die Nutzung des Internets, die Internet-Kenntnisse der Bevölkerung, den Entwicklungsstand von digitalen Technologien wie im E-Commerce oder Cloud-Diensten sowie die digitalen Angebote im Öffentlichen Dienst.

digitalunion

Wie kann die Politik eine digitale Strategie umsetzen?

Ob die EU-Kommission und vor allem die deutschen Politiker sich der Digitalisierung wirklich stellen können oder ob doch nur leere Worthülsen zur Beschwichtigung der Medien gesprochen werden – die Kritik ebbt zumindest nicht ab und geht einige Schritte weiter.

Prof. Dr. Tobias Kollmann, Beauftragter für Digitale Wirtschaft in NRW, forderte in einem Artikel der Huffington Post, dass „Digitalthemen“ kein Sonderfeld oder gar nur ein vorübergehendes, tagespolitisches Momentum, sondern die elementare Herausforderung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für diese und die nächsten Generationen sei.

Alexander Görlach, Chefredakteur von The European, kritisierte das deutsche Vorgehen und die faktische Ignoranz bei der Digitalen Transformation: „Wenn am Anfang des 21. Jahrhunderts der deutsche Wirtschaftsminister die Harfe auf ein Lied der alten Zeit anstimmt, dann ist die Frage mehr als angebracht, ob er wirklich denkt, dass wir in fünfzig Jahren den Chinesen immer noch Autos verkaufen oder ob Google nicht wirklich das Zukunftsauto auf den Markt bringen wird oder Apple vielleicht.“

Wann hilft eine europäische Digitalunion?

Neben dem europäischen Schauplatz müssen hierzulande nicht nur die Hausaufgaben gemeistert werden, sondern der vehemente Widerstand gegen die Digitale Transformation in den Köpfen der politischen Entscheider abgebaut werden. Natürlich stehen Wählerinteressen aus ganz klassischen Wirtschaftsbereichen wie Automobilbranche, Lebensmittel-, und Schwerindustrie naturgemäß auf ihrer Agenda, doch das Interesse an der Digitalisierung steigt unaufhaltsam. Deutschland sollte weniger Debatten führen, nicht nur Forderungen stellen, sondern die konkrete Umsetzung angehen. Wenn die nationalen Standards auf höchstem Niveau gehalten werden, dann kann eine Digitalunion gewisse Spielräume bieten, die Aktionen auf den relevanten Handlungsfeldern erleichtern und ein digitales Europa deutlich näher zusammenrücken.

Paul Mudter, Vorsitzender des OVK. Foto: BVDW

Der Online-Vermarkterkreis (OVK) freut sich über ein stabilies Wachstum der Werbeumsätze für Online- und Mobile-Display-Ads in Deutschland. Nach der ersten Prognose zur dmexco mit rund 1,4 Milliarden Euro konnte das Vermarktergremium im BVDW seine Zahlen auf 1,581 Milliarden Euro für das Gesamtjahr 2014 anpassen. Der digitale Werbemarkt legt insgesamt um 6,6 Prozent zu. Mobile-Display-Werbung profitiert von einem Umsatzwachstum in Höhe von 52 Prozent und kommt auf knapp 134 Millionen Euro netto. Für das laufende Jahr 2015 geht der OVK mit einem Umsatzwachstum von 6,5 Prozent für den gesamten digitalen Display-Bereich aus.

Paul Mudter, Vorsitzender des OVK. Foto: BVDW

Paul Mudter, Vorsitzender des OVK. Foto: BVDW

„Der digitale Display-Werbemarkt weist für 2014 eine stabile Entwicklung aus. Digital ist unverändert das am stärksten wachsende Werbemedium, aber wir haben inzwischen eine Größenordnung erreicht, in der sich ein zweistelliges prozentuales Wachstum vorerst kaum mehr erzielen lässt. In Anbetracht des verhaltenen Gesamtwerbemarktes und der vielfältigen Herausforderungen und noch zu klärenden Themen in unserem relativ jungen Medium und Markt können wir mit dem Ergebnis des vergangenen Jahres daher sicher sehr zufrieden sein“, erklärt Paul Mudter, Vorsitzender des OVK.

Mit 6,6 Prozent Netto-Wachstum im Vergleich zum Vorjahr ist das Internet erneut im intermedialen Vergleich mit TV, Radio und Print das am stärksten wachsende Werbemedium. Als Wachstumstreiber gelten das Segment Mobile und der Sektor Bewegtbild. Klassische Display-Werbung, die mehr auf Bannern, Layern und Popups basiert, sehen viele Werbetreibende nicht mehr als erfolgsversprechend. Um diesem Trend entgegen zu wirken, hat der OVK ein umfangreiches Maßnahmenpaket aufgelegt, mit dem digitale Display-Werbung in ihrer Leistungskraft weiter gestärkt werden soll.

OVK-Werbestatistik für digitale Display-Werbung (Online und Mobile) 2013 bis 2014 mit Prognose für 2015. Quelle: OVK/BVDW.

OVK-Werbestatistik für digitale Display-Werbung (Online und Mobile) 2013 bis 2014 mit Prognose für 2015. Quelle: OVK/BVDW.

„2014 war für das Segment Mobile ein gutes Jahr. Die Budgetumverteilung von Online bzw. Desktop zu Mobile hat unverändert angehalten und erstmalig ist erkennbar, dass sich die Schere zwischen Reichweitenzuwachs und Umsatzwachstum zu schließen beginnt. Ungeachtet dessen, dass Mobile inzwischen bei allen Marktteilnehmern systematisch erschlossen und Bestandteil jeder Mediaplanung und Kampagne ist, bleibt aber noch einiges zu tun: Noch nicht alle Unternehmen haben eine Mobile-Strategie, Werbeformen müssen standardisiert werden und wir brauchen viel mehr Cross-Channel-Kampagnenkonzepte“, ergänzt Oliver von Wersch, stv. Vorsitzender im OVK.

Der Markt befindet sich folgerichtig im Umbruch. Als zentrale Handlungsfelder zur Stärkung der Leistungskraft von digitaler Display-Werbung hat der OVK die Fokusthemen Werbeakzeptanz und Adblocker, Leistungs- und Wirkungsnachweise sowie die weitere Standardisierung von Werbeformen, der Werbemittelauslieferung sowie von Buchungsprozessen auf seine Agenda gesetzt. Das Vermarktergremien plant über weitere Initiativen und Maßnahmen eine nachhaltige Entwicklung von digitaler Display-Werbung unterstützen und sicherstellen zu können.

Monatliche Entwicklung der Nettowerbeinvestitionen in digitale Display-Werbung (Online und Mobile). Quelle: OVK/BVDW.

Monatliche Entwicklung der Nettowerbeinvestitionen in digitale Display-Werbung (Online und Mobile). Quelle: OVK/BVDW.

Die OVK-Zahlen basieren auf den jeweiligen Meldungen der Mitgliedsunternehmen, die als Basis für die gesamte Branche und damit die Nicht-OVK-Mitglieder hochgerechnet werden. Die Darstellung von Umsätzen aus Search- bzw. Suchmaschinenmarketing und die Werbemarktzahlen der Affiliate Netzwerke fehlen seit der Umstellung der OVK-Statistik und Prognose gänzlich. Jedoch hilft die reine Betrachtung der Nettozahlen, um die Verwässerung der OVK-Werbestatistik durch die hochgerechneten Bruttowerte zu vermeiden. Diese Trennung sorgte für mehr Marktverständnis über die Display-Umsätze bereits zur dmexco 2014. Jedoch fehlt eine gesamte Betrachtung des Digitalen Werbemarkts, zu dem nicht nur Search- und Affiliate-Advertising zählen, sondern Blog Marketing und Native Advertising als noch junge, aber wachstumsversprechende Formen von digitaler Werbung.

Digitale Leistungsfähigkeit der EU-Mitgliedsstaaten. Quelle: Europäische Kommission.

Die Digitale Wirtschaft bietet großartige Möglichkeiten für Fortschritt, Innovationen und Erleichterungen im Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Mit dem aktuellen Index für die Digitale Wirtschaft und Gesellschaft untersucht die Europäische Kommission den Stand der Digitalisierung in Europa. Deutschland zählt bei der Digitalen Transformation leider nur zum Mittelmaß und belegt den 10. Platz unter allen EU-Mitgliedsstaaten – ein Armutszeugnis für eine starke und tonangebende Wirtschaftsmacht.

Das Bild zeigt zwar ein durchaus digital denkendes Europa, jedoch lassen sich aus den gesamten Durchschnittswerten der Untersuchung erste Problemfelder identifizieren. Die Mehrheit der Europäer nutzt das Internet regelmäßig (75 Prozent) und laden gerne audiovisuelle Inhalte herunter. Fast die Hälfte der Internetnutzer in Europa (49 Prozent) haben Online-Spiele gespielt oder Spiele, Bilder, Filme oder Musik heruntergeladen. In 39 Prozent der Haushalte mit einem Fernsehgerät werden Videos auf Abruf geschaut. Im Sinne der Unterhaltung wird das Internet demnach gerne genutzt. Bei digitalen Geschäftsmodellen hingegen hapert es gewaltig. Kleine und mittlere Unternehmen haben ernste Probleme mit der Digitalisierung, denn nur 15 Prozent von ihnen betätigen sich im Online-Verkauf und von diesen bieten nur 15 Prozent ihre Dienste auch grenzübergreifend online an. Während digitale öffentliche Dienste in einigen Ländern selbstverständlich sind, sucht man in anderen Ländern danach vergeblich: Ein Drittel der europäischen Internetnutzer (33 Prozent) haben Online-Formulare für die Übermittlung von Informationen an die Behörden genutzt, wobei die Angaben zwischen dem Spitzenreiter Dänemark mit 69 Prozent und das Schlusslicht Rumänien mit 6 Prozent extrem auseinander gehen.

Günther H. Oettinger, Mitglied der EU-Kommission für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft erklärt: „Der Digital-Index zeigt, dass sich die Art und Weise, wie die Menschen Filme ansehen, grundlegend geändert hat: Nach wie vor sehen sich die Menschen ihre Lieblingsserien im Fernsehen an, doch viele – nämlich 40 Prozent – sehen auch Videos auf Abruf und Filme über das Internet an. Wir müssen uns an die Bedürfnisse der Menschen anpassen und unsere Politik entsprechend überdenken.“

Dennoch sollte das durchaus verlockende Beispiel vom Bewegtbild-Konsum nicht für den Digitalisierungsgrad alleine sprechen. Der Blick auf Deutschland zeigt, dass hierzulande weit mehr digitale Baustellen bestehen als zuvor angenommen. Als eines der 28 Mitgliedsländer erreicht Deutschland einen Indexwert von 0,51 auf der Skala von 0,00 bis 1,00 und belegt mit diesem Mittelmaß nur Platz 10. Immerhin hat sich die Digitalisierung in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 0,02 Punkte verbessert.

Digitale Leistungsfähigkeit der EU-Mitgliedsstaaten. Quelle: Europäische Kommission.

Digitale Leistungsfähigkeit der EU-Mitgliedsstaaten. Quelle: Europäische Kommission.

Bei der Internetversorgung hat sich die Konnektivität deutlich verbessert. Nach Ansicht der EU Kommission nutzen rund 82 Prozent der Deutschen gegenüber den 75 Prozent der gesamten Europäer das Internet, aber bei der Breitbandversorgung müssen noch viele Lücken geschlossen werden. Wenn Deutschland ultraschnelle Breitbandtechnologien einsetzen möchte, müssen deutlich größere Investitionen in Glasfasernetzwerke getätigt werden als bisher. Damit lobt die EU zwar die grundsätzliche Idee der Digitalen Agenda, verdeutlicht dabei jedoch die schleppende Arbeit des Ausschusses und das lähmende Gerangel um den Breitbandausbau. Die alten Netze müssen strikt ausgebaut werden, zumal in vielen Haushalten die technologischen Grundvoraussetzungen mit der Abschaffung von alten Kupfer- und Koaxialkabeln erst geschaffen werden müssen.

Mit einem Indexwert von 0,60 Punkten im Bereich Humankapital liegt Deutschland im internationalen Vergleich auf dem neunten Platz und damit leicht besser als der europäische Durchschnitt. 69 Prozent der Deutschen haben grundlegende oder darüberhinaus gehende Kenntnisse zu digitalen Themen und zur Internetnutzung. Auch in weiteren Bereichen der digitalen Fähigkeiten wie Wissenschaft, Technologie, Ingenieurswesen und Mathematik schneidet Deutschland besser als der EU-Durchschnitt ab. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern verbringen die Deutschen weniger Zeit im Internet mit sozialen Aktivitäten und Online-Medien. Beim Online-Shopping zählen die deutschen Verbraucher zur Oberliga und kommen mit 80 Prozent auf den vierten Platz. Die deutschen leser gerne Online-Nachrichten (70 Prozent), hören Musik, schauen Videos und spielen Online-Spiele (53 Prozent) und nutzen recht frequent Online-Banking-Services (57 Prozent).

Jedoch nutzt nur ein Viertel von ihnen (24 Prozent) Video-on-Demand-Angebote, was weit unter dem EU-Durchschnitt mit 39 Prozent liegt. Knapp die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland kommuniziert über soziale Netzwerke (49 Prozent), was jedoch im Vergleich zu den europäischen Nachbarn bei einem Durchschnitt von 58 Prozent nur den letzten Platz im Ranking einbringt.

Bei der Integration von digitaler Technologie im Geschäftsleben erreicht Deutschland einen Indexwert von 0,40 – knapp über dem EU-Durchschnitt und damit auf dem 8. Platz. Die fehlende Akzeptanz von Social Media (11 Prozent) und cloud-basierten Applikationen (6,2 Prozent) lassen Deutschland hierbei schlechter abschneiden. Immerhin stellen einige deutsche Unternehmen digitale Informationen bereit (35 Prozent) und nutzen digitale Rechnungen (12 Prozent). Diese Werte lassen Deutschland in diesem Segment nur auf den 21. Platz kommen.

Im Bereich des öffentlichen Sektors kommt Deutschland auf einen Indexwert von 0,39 Punkten. Die geringe Präsenz von Regierung, Behörden und Institutionen sowie dem öffentlichen Dienst zeigen, dass gerade mit Digital Public Services ein großes Innovationspotenzial ungenutzt bleibt. Formulare, Anträge, Abwicklungen – einfache Notwendigkeiten wie die Ausstellungen von Geburtsurkunden oder Anträge beim Einwohnermeldeamt werden hierzulande lieber schriftlich erledigt anstatt kosten- und effizienzsparend über digitale Services. Nur 18 Prozent der deutschen Internetnutzer kommunizieren mit Behörden und öffentlichen Institutionen auf den digitalen Kanälen. Im Vergleich mit dem europäischen Durchschnitt mit 33 Prozent kommen die Deutschen somit nur auf den 23. Platz in diesem Unterranking.

Der Digital-Index der Europäischen Kommission zeigt eindrucksvoll, dass die europäischen Nachbarn das Potenzial und die Notwendigkeit des digitalen Wandels erkannt haben. Während hierzulande lieber über Sinn und Zweck debattiert wird, ziehen die EU-Mitgliedsstaaten langsam aber sicher an Deutschland vorbei und gewinnen an digitaler Wettbewerbsfähigkeit.

Trendthese 2015: Die Zahl der Unternehmensberatungen, die eigene Digital Labs und Digitale Think Tanks aufbauen, wird steigen. Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU)

Der digitale Wandel leitet nicht nur einen Paradigmenwechsel in Industrie und Wirtschaft ein, sondern beflügelt das Wechselspiel auf der B2B-Ebene von Beratungsdienstleistern. Während die deutschen Unternehmen mit der Digitalen Transformation ringen, entwickelt sich die Digitalisierung zu einem wahren Umsatzgaranten für die deutschen Unternehmensberater. Künftig sollen Digital Labs und Digital Think Tanks helfen, die Expertise für die Beratungsleistungen zu bündeln. Als wichtigste Branchensegmente mit großem Bedarf für die Unterstützung bei der Digitalen Transformation gelten Energieversorger, Finanzdienstleister, Banken und Versicherungen. Zu diesem Ergebnis kommt die Marktstudie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2014/2015“ vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU).

„Die digitale Vernetzung verändert Unternehmen ganz grundlegend. Betroffen sind sowohl Prozesse, Organisationsstrukturen, Mitarbeiterentwicklung als auch ganze Geschäftsmodelle. Das Thema Digitalisierung entwickelt sich mehr und mehr zu einem Wachstumstreiber für uns Consultants. Wir unterstützen unsere Klienten dabei, die notwendigen Anpassungen durchzuführen sowie die neuen Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen“, sagt BDU-Präsident Hans-Werner Wurzel.

Prognose: Deutliches Umsatzwachstum für 2015

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz in der Consultingbranche um 6,4 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr ergibt sich aus den Einschätzungen der Marktteilnehmer eine Wachstumsprognose für den Gesamtmarkt von 7,4 Prozent. Der in der Studie prognostizierte Optimismus zeigt sich bei drei Vierteln der Marktteilnehmer, die bereits mit einer guten Nachfrage ihrer Klienten nach Beratungsleistungen und somit einem Umsatzwachstum rechnen. Nur jedes zehnte Beratungsunternehmen geht hingegen von einem Umsatzminus aus. Unternehmensberatungen der Größenklasse 2,5 bis 5,0 Millionen Euro erwarten ein durchschnittliches Wachstum von knapp zehn Prozent. Die Prognose der großen Marktteilnehmer mit mehr als 45 Millionen Euro Umsatz liegt bei 6,5 Prozent. Am wenigsten optimistisch zeigen sich die Consultingfirmen mit weniger als 250.000 Umsatz: Der Anteil der Marktteilnehmer mit positiver Umsatzprognose liegt hier nur bei 55 Prozent und einem durchschnittlichen Wachstum von 5,7 Prozent. Wichtige Impulsgeber für die Geschäftsentwicklung im Jahr 2015 werden aus Sicht der Consultingfirmen vor allem drei Branchen sein: der Maschinenbau (Prognose 2015: + 8,2 %), die Finanzdienstleister (Prognose 2015: + 8,1 %) sowie die Energie- und Wasserversorgung (Prognose 2015: + 8,0 %). Welchen Anteil die Digitalisierung an den Umsätzen genau haben wird, schweigt die Studie jedoch aus.

Digitalisierung verändert Projetthemen und Strukturen

Dennoch sieht der BDU hierfür die Beraterseite im Zugzwang. Die erforderliche Themen- und Lösungskompetenz müssen Unternehmensberatungen sowohl strategisch als auch organisatorisch mit hoher Intensität aufbauen. Vor diesem Hintergrund erwarten Dreiviertel der Marktteilnehmer, dass die Zahl der Unternehmensberatungen steigen wird, die eigene Digital Labs oder Digitale Think Tanks schaffen. Sogar 78 Prozent der Consultingfirmen rechnen damit, künftig für die technologieorientierten Projekte verstärkt unternehmensübergreifende Kooperationen zu bilden.

Trendthese 2015: Die Zahl der Unternehmensberatungen, die eigene Digital Labs und Digitale Think Tanks aufbauen, wird steigen. Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU)

Trendthese 2015: Die Zahl der Unternehmensberatungen, die eigene
Digital Labs und Digitale Think Tanks aufbauen, wird steigen. Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU)

Digitalisierung bringt Probleme für Finanzdienstleister, Versicherer und Energieversorger

Vor großen Herausforderungen stehen vornehmlich Finanzdienstleister und Energieversorger, während Banken und Versicherungen von der Digitalisierung mit enormer Wucht erfasst worden. Laut der Studie müssen Kernbereiche schnell angepasst werden und kompensierende Erträge in neuen Segmenten geschaffen werden. Die Arbeit an neuen Strategien und geeigneten Geschäftsmodellen sollte das alte und zunehmend erodierende Stammgeschäft im Zuge der Digitalisierung ersetzen.

Wie deutsche Unternehmen die Digitale Transformation angehen. Quelle: Dimension Data Germany AG & Co.

Jeder weiß es und alle Welt spricht von diesem fachlichen Zauberwort namens „Digitale Transformation“. Jedoch fühlen sich 61 Prozent der deutschen Unternehmen nur als Mitläufer und sehen sich nur gering für die Herausforderungen des digitalen Wandels gewappnet. Sechs von zehn Unternehmensentscheidern (58 Prozent) haben bislang keine funktionierende Strategie zur Bewältigung des digitalen Transformationsprozesses implementiert. Zu diesem Schluss kommt die „Digital Business Readiness“-Studie im Auftrag von Dimension Data Germany, für die eine Befragung unter 100 deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern aus produzierender Industrie, professionellen Dienstleistern, dem Finanzsektor und dem Groß- und Einzelhandel durch das unabhängigen IT-Forschungs- und Beratungsunternehmen Crisp Research AG durchgeführt wurde.

Sven Heinsen, CEO der Dimension Data in Deutschland. Quelle: Dimension Data Germany AG & Co./Martin Joppen

Sven Heinsen, CEO der Dimension Data in Deutschland. Quelle: Dimension Data Germany AG & Co./Martin Joppen

IT-Expertise wird für CEOs zur unerlässlichen Qualifikation

Immerhin existieren bei einigen der CEOs die Pläne für die Digitalisierung auf dem Papier. Der Großteil der Befragten sieht die IT-Abteilung immer mehr in der Rolle des Ideengeber und Strategen (55 Prozent) und nicht länger in der des reinen Umsetzers (35 Prozent). Denn der digitale Wandel hat für 73 Prozent der Befragten entscheidenden Einfluss auf die Unternehmensstrategie. Vier von fünf IT-Verantwortlichen (82 Prozent) wünschen sich deutlich höhere Budgets von mindestens 10 Prozent und zwei von fünf (40 Prozent) benötigen sogar mindestens 20 Prozent mehr Mittel, um Innovationen in der IT vorantreiben und Next-Generation-IT-Architekturen aufbauen zu können.

„Zukünftig werden keine Entscheidungen auf Executive Ebene mehr getroffen, die nicht auch Einfluss auf die IT-Strategie hätten – und umgekehrt. Die IT wird noch stärker als bisher zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor. Immer mehr Unternehmen investieren deshalb in den Um- und Ausbau der bestehenden Strukturen und machen sich die Vorteile der Next Generation IT zu Nutze“, erklärt Sven Heinsen, CEO der Dimension Data in Deutschland.

Digitale Transformation erfordert Budgetveränderungen

Die Digitale Transformation selbst beginnt in den meisten Fällen mit dem Umstieg auf As-a-Service-Modelle, der Nutzung von Lösungen in den Bereichen Business Analytics und Big Data sowie mit Ansätzen für ein optimiertes Mobile Business. Laut der Studie glaubt zwar die Hälfte der Befragten daran, mit der bestehenden IT-Infrastruktur auszukommen, jedoch erkennen die Unternehmen die wachsende Bedeutung neuer Technologien. Anstatt wie bisher 80 Prozent des IT-Budgets auf den Erhalt bestehender Strukturen zu verwenden, fließen bei den meisten Unternehmen fast 30 Prozent der Mittel in die IT der nächsten Generation.

„Neben den finanziellen mangelt es vielen Unternehmen oft auch an den personellen Ressourcen, um den digitalen Wandel intern voranzutreiben. Deshalb greifen immer mehr von ihnen zusätzlich auf die Expertise externer Dienstleister zurück. Dies zeigt sich auch beim Thema Digitale Transformation, etwa wenn es darum geht, IT-Architekturen der nächsten Generation aufzubauen. Um deren Vorteile – Skalierbarkeit, höhere Flexibilität und On-Demand-Services – für das eigene Unternehmen nutzbar zu machen, sollte das Management zügig handeln. Andernfalls besteht die Gefahr, bei der Digitalen Transformation ins Hintertreffen zu geraten“, so Heinsen.

Wie deutsche Unternehmen die Digitale Transformation angehen. Quelle: Dimension Data Germany AG & Co.

Wie deutsche Unternehmen die Digitale Transformation angehen. Quelle: Dimension Data Germany AG & Co.

Die Firmen greifen für die Digitale Transformation schon auf externe Expertise zurück. Laut der Studie setezn 81 Prozent der befragten Unternehmen bereits auf Service-Anbieter und professionelle Partner von außen. Bei deren Auswahl stehen für 94 Prozent Sicherheit und Ausfallsicherheit ganz oben auf der Prioritätenliste. Flexibilität, Agilität und Reaktionsgeschwindigkeit sind für 90 Prozent wichtige Leistungen eines Service-Providers.

Im Zentrum der Überlegungen steht aber nach wie vor das Rechenzentrum. Für 68 Prozent spielt es bei der Umsetzung der Digitalen Transformation eine Hauptrolle oder sogar die des Regisseurs. Das Rechenzentrum soll künftig Dreh- und Angelpunkt einer dynamisierten IT-Infrastruktur sein. So könne die gesamte IT-Architektur transformiert und die Migration der Next Generation IT erfolgreich gestaltet werden.

Je größer ein Unternehmen ist, umso aktiver ist es bei der Gestaltung der Digitalen Transformation. Die Unternehmen haben erkannt, dass von der Strategie und den Mitteln, mit denen sie der Digitalen Transformation begegnen, die Zukunft des Unternehmens abhängt. Nur mit der entsprechenden IT bleiben sie wettbewerbsfähig. Der Erhalt des Status Quo dürfte für ein modernes Unternehmen definitiv keine Option bleiben. Wer die Digitale Transformation jetzt noch immer nicht ganz oben auf dem strategischen Schirm hat, wird in Zukunft kaum eine Chance am Markt haben und über kurz oder lang das Nachsehen gegenüber seinen Wettbewerbern haben.

CC-BY-SA D64 e. V.">Patrick Beyer (Piratenpartei) und Valentina Kerst (D64). Quelle: Patrick Beyer (frei) und CC-BY-SA D64 e. V.

Geht es nach dem Wunsch von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), soll Paragraf 8 des Telemediengesetzes (TMG) um zwei Absätze ergänzt werden. Ursprünglich regelt dieser Paragraf die Verantwortlichkeit von Internetprovidern. Dieser soll nun für „Diensteanbieter“ gelten, welche über ein WLAN potenziellen Nutzern den Internetzugang bereit stellen. Nach dem ersten Bekanntwerden dieses Gesetzesentwurfs zur Neuregelung der Störerhaftung bei offenen WLANs formiert sich scharfe Kritik durch den netzpolitischen Verein D64 und durch die Piratenpartei.

Ihrer Ansicht nach erwarten die Anbieter freier WLAN-Netze mit diesem Gesetz statt der versprochenen Erleichterungen eher deutliche Verschärfungen der Haftungsregelungen. Die Piraten kritisieren dabei vornehmlich den im Entwurf vorgesehenen Zwang, frei angebotene WLAN-Netze zu verschlüsseln und sich als Nutzer eines freien WLANs vorher gegenüber dem Anbieter auszuweisen. Dabei würden laut D64 vor allem den privaten Betreibern von sogenannten Hotspots „zumutbare Maßnahmen“ zur Identifizierung der Nutzer auferlegt, so dass die Neuregelung der Störerhaftung für nicht kommerzielle Anbieter den Ausschluss vom Betrieb von offenen WLANs bedeuten würde.

Patrick Beyer (Piratenpartei) und Valentina Kerst (D64). Quelle: Patrick Beyer (frei) und <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/">CC-BY-SA</a> D64 e. V.

Patrick Beyer (Piratenpartei) und Valentina Kerst (D64). Quelle: Patrick Beyer (frei) und CC-BY-SA D64 e. V.

„Mit diesem Entwurf droht Gabriel das Internet kaputt- und den Freifunk plattzumachen. Gabriels Gesetzentwurf ist ein europaweit einmaliger Kniefall vor der Rechteverwertern der Unterhaltungsindustrie und ein Angriff auf Internet-Nutzer und Internet-Anbieter gleichermaßen“, erklärt Patrick Breyer, Themenbeauftragter der Piratenpartei für Datenschutz, und schlussfolgert: „Dass sich jeder WLAN-Internetnutzer namentlich identifizieren muss, kennen wir bisher nur aus Diktaturen wie China. Im Netz haben wir genauso ein Recht auf anonymen und freien Meinungsaustausch, wie in allen anderen Bereichen der Gesellschaft auch. Oder will Gabriel, dass wir uns in Zukunft auch identifizieren, wenn wir eine öffentliche Telefonzellen nutzen wollen?“

Der netzpolitische Verein D64, eigentlich als der SPD nahestehende Institution bekannt, wertet den Entwurf sogar als deutlichen Schritt in die falsche Richtung. Nach der geltenden Gesetzeslage sei es eindeutig, unter welchen Bedingungen Betreiber eines offenen WLANs von der Haftung für rechtswidrige Handlungen freigestellt sind.

Valentina Kerst, Sprecherin und Co-Vorsitzende von D64 betont: „Der neue Entwurf der Bundesregierung in der aktuellen Fassung schafft es, diese Klarheit zu beseitigen und zudem die Bedingungen für das Betreiben von offenen WLANs erheblich zu verschlechtern. Es bleibt vollkommen unklar, welche Maßnahmen das sein sollen. Die reine Angabe von Namen bleibt ohne Überprüfung dieser Daten wirkungslos. Die Verifizierung der Angaben durch beispielsweise die Kontrolle von Personalausweisen ist für private Betreiber schlicht nicht umsetzbar.“

Im internationalen Vergleich bildet Deutschland das traurige Schlusslicht in puncto WLAN-Hotspots. Die Angst vor der Störerhaftung hindere viele Unternehmen und Privatpersonen daran, ein möglichst flächendeckendes Mobile Internet über WLAN-Hotspots anzubieten. Eine Lösung wäre es, die Betreiber von offenen WLANs den großen Telekommunikationsanbietern gleichzustellen und sie somit von jeglicher Haftung zu entbinden. Die Bundesregierung müsste sich zu diesem Schritt in Richtung Gesellschaft bewegen lassen. Falls jedoch der Lobbyismus siegt und mit der Neuregelung der Betrieb von freien und offen verfügbaren WLANs eher verhindert wird, fällt Deutschland wieder einmal zurück in die analoge Steinzeit – trotz Digitaler Agenda und der Bestrebung, die digitale Transformation in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft voranzutreiben.

Heute erblickt das neue Startup „Community Life“ das Licht der Welt. Gegründet von Dr. Claudia Lang und Stefan Keck sollen Nutzer ihre Absicherung selber in die Hand nehmen können. Das Herzstück des Startups bildet eine Online-Community, über die sich Verbraucher zu Lebensversicherungen informieren und gegenseitig austauschen sowie Versicherungslösungen direkt abschließen und eigenständig verwalten können. Als Zielsetzung von Community Life sollen Versicherungen einfach gemacht werden: Fair, transparent und social – nach diesem Prinzip, sollen künftig Absicherungslösungen und Services für Verbraucher entwickelt werden. Dafür bringen beide Gründer über 20 Jahre Erfahrung im Management von deutschen und internationalen Lebensversicherern in ihr Startup. Gemeinsam mit einem Team von rund zehn Versicherungsexperten arbeiten sie daran, Versicherung zu verändern.

Zum Start des neuen Portals sprach #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business mit Gründerin Dr. Claudia Lang über die Geschäftsidee, wie Verbraucher zur Nutzung des Angebot motiviert werden können und wie ein Versicherungsanbieter im Netz Vertrauen aufbauen kann.

Dr. Claudia Lang, Gründerin von Community Life. Quelle: Unternehmen.

Dr. Claudia Lang, Gründerin von Community Life. Quelle: Unternehmen.

Welche Probleme löst Ihr Start-up und was macht die Geschäftsidee einzigartig?

Dr. Claudia Lang: Im Digitalzeitalter müssen Versicherungen den Umgang mit Kunden komplett verändern. Wir haben von Anfang an aus dieser Perspektive gedacht. Das heißt beispielsweise: Der Kunde will sich selbst informieren und soll alle Informationen verstehen, die er von uns bekommt. Dafür haben wir mit dem gefürchteten Versicherungskauderwelsch aufgeräumt und die Vertragsunterlagen in verständlicher Alltagssprache formuliert. Weiter kann man bei uns einen Vertrag direkt online abschließen. Die dafür erforderliche Gesundheitsprüfung funktioniert in den meisten Fällen komplett online. Dafür setzen wir ein spezielles Expertensystem ein, das dem Kunden automatisch die richtigen Fragen stellt. In der Berufsunfähigkeitsversicherung sind wir damit unseres Wissens die ersten in Deutschland. In der Risikolebensversicherung gibt es nur ganz wenige Anbieter, die Vergleichbares bieten. Neben unserem Website-Angebot sind wir für unsere Kunden auch persönlich da. Wir unterstützen sie per Telefon, E-Mail und Live-Chat. Und wir bieten ein Hilfeforum, in dem sich Kunden mit der Community austauschen und Verbesserungen vorschlagen können. Herzstück unseres Systems ist „Mein Bereich“. Dort finden Kunden ihre Verträge, Versicherungsunterlagen und alle Daten, die sie bei Community Life angegeben haben. Wir bieten also komplette Transparenz.

Und wie würden Sie die Geschäftsidee in einem Satz beschreiben?

Dr. Claudia Lang: Bei uns können sich Kunden bequem selbst und ohne Berater vernünftig versichern. Und falls sie doch einen Menschen sprechen wollen, ist er nur ein Klick entfernt.

Community Life - Versicherungsangebote und -beratung mit Community-Feeling

Community Life – Versicherungsangebote und -beratung mit Community-Feeling

Viele Verbraucher beschäftigen sich aber nicht gern mit dem Thema Versicherung – normalerweise heißt es „Versicherungen werden verkauft, nicht gekauft.“ Ihr Konzept setzt darauf, dass Kunden von sich aus kaufen. Wie möchten Sie sie dazu motivieren?

Dr. Claudia Lang: Dieser Satz gilt heute so nicht mehr. Er stammt aus der Zeit, als ein normaler Kunde einfach keine Chance hatte, sich sinnvoll mit dem Thema zu beschäftigen. Man will ja nicht erst zum Fachexperten werden, bevor man einen Vertrag beurteilen kann. Und Menschen wissen heute, dass sie selbst vorsorgen müssen. Der Staat zieht sich immer mehr zurück.

Es gab aber schon immer Kunden, die ihre Absicherung gern selbst organisieren. Und es werden immer mehr. Wer gern selbst die Fäden in der Hand behält, hat jetzt die Möglichkeit: Wir machen es ihnen so einfach wie möglich.

Wie wollen Sie das Vertrauen der Kunden gewinnen?

Dr. Claudia Lang: Vertrauen ist das A und O für Versicherungen. Als neuer Anbieter mit einem neuen Konzept müssen wir uns dieses Vertrauen erst einmal verdienen.

Wir arbeiten natürlich daran, dass unsere Marke bei Internetnutzern bekannt wird. Wenn sich dann jemand mit unseren Produkten auseinandersetzt, geht der Rest fast von selbst. Viele Regelungen in unseren Verträgen sind besonders verbraucherfreundlich. Beispielsweise unser Festpreis, den kaum andere Anbieter zusagen: Unsere Versicherungsbeiträge bleiben über die Laufzeit stabil. Kunden bekommen also Planungssicherheit und sind vor Preissteigerungen sicher.
Unser Ziel ist, dass unsere Kunden möglichst viele positive Erlebnisse mit Community Life haben, und wir hoffen, dass sich dies dann herumspricht.

Welche Versicherung passt zu mir? Nutzer können mit einem einfachen Test ihren Versicherungsbedarf analysieren.

Welche Versicherung passt zu mir? Nutzer können mit einem einfachen Test ihren Versicherungsbedarf analysieren.

Welche Versicherungen haben Sie selbst abgeschlossen?

Dr. Claudia Lang: Ich habe seit zehn Jahren eine Risikolebensversicherung inklusive Darlehensabsicherung. Das bedeutet, dass die Versicherungssumme an den Darlehenswert unseres Hauses gekoppelt ist. Das war mir sehr wichtig, damit meine Kinder im Falle meines Todes eine schuldenfreie Immobilie bekommen.
Außerdem habe ich mich gegen schwere Krankheiten abgesichert. Diese Absicherung zahlt mir eine einmalige Summe aus, wenn eine versicherte schwere Krankheit bei mir eingetreten ist. Ein solches Angebot könnte möglicherweise auch für unsere Kunden interessant sein. Kunden können übrigens zukünftig über den Ideenpool auf unserer Plattform Wünsche und Vorschläge äußern, die wir in neue Produktideen einfließen lassen.

Frau Lang, herzlichen Dank für unser Gespräch.

Mobile Datendienste überholen mobile Sprachdienste. Quelle: EITO, IDC / BITKOM.

Umsätze mit Datendiensten über das mobile Internet überholen erstmals in diesem Jahr die klassischen Mobilfunkumsätze in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr steigt der Umsatz über mobile Datendienste voraussichtlich um 6,3 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Der Umsatz durch klassische Mobiltelefonate sinkt dagegen um 8 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Der Boom der mobilen Datendienste ist naturgemäß auf die starke Verbreitung und Nutzung von Smartphones und Tablets zurückzuführen. Schnelle Übertragungsstandards wie LTE, soziale Netzwerke und Apps sowie die Digitalisierung der Industrie verstärken die Entwicklung, während Flatrates die Kosten für Mobiltelefonate deutlich vergünstigen. Zu diesem Schluss kommt der Digitalverband BITKOM anhand einer Auswertung des European IT Observatory (EITO).

Jens Schulte-Bockum, Mitglied im Präsidium des BITKOM. Quelle: BITKOM

Jens Schulte-Bockum, Mitglied im Präsidium des BITKOM. Quelle: BITKOM

„Wir erleben in diesem Jahr eine bedeutende Umwälzung auf dem Mobilfunkmarkt. Das mobile Internet ist zur treibenden Marktkraft geworden. Die Anbieter stehen unter enormem Wettbewerbs- und Preisdruck. Smartphones und Tablets haben sich bei den Verbrauchern durchgesetzt und der Absatz wächst auf dem erreichten hohen Niveau weiter“, sagte BITKOM-Präsidiumsmitglied Jens Schulte-Bockum. Das Umsatzplus bei den mobilen Datendiensten in Höhe von 600 Millionen Euro kompensierte allerdings nicht die Verluste bei den mobilen Sprachdiensten, die mit insgesamt 900 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Den Prognosen zufolge werden in diesem Jahr 24,6 Millionen Smartphones in Deutschland verkauft. Das ist ein Plus von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, jedoch schwächt der Absatz bei Smartphones und Tablets in 2015 nach zuletzt teils zweistelligen Wachstumsraten etwas ab. So fällt der Umsatz mit verkauften Smartphones um 1,2 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro, während die Verkäufe bei Tablet-Computern um 4,6 Prozent auf 9,1 Millionen Stück zulegen und einen 3,6 Prozent höheren Umsatz mit 2,6 Milliarden Euro erzeugen.

Mobile Datendienste überholen mobile Sprachdienste. Quelle: EITO, IDC / BITKOM.

Mobile Datendienste überholen mobile Sprachdienste. Quelle: EITO, IDC / BITKOM.

Eine direkte Folge der verstärkten mobilen Internetnutzung ist der steile Anstieg der Datenmengen in den deutschen Mobilfunknetzen. Im Vergleich zu den in 2014 gezählten 370 Millionen Gigabyte sollen in 2015 voraussichtlich 480 Millionen Gigabyte übertragen werden. Die Anforderungen an die Infrastruktur wachsen dabei parallel, so dass die Versteigerung von 700-Megahertz-Frequenzen nach Ansicht des BITKOM den Weg ebne, damit Verbraucher auch in dünn besiedelten Regionen möglichst bald von einer Mobilfunkabdeckung mit 50 Megabit pro Sekunde und mehr profitieren.

Diese Entwicklung könnte sogar zu neuen Höhenflügen bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen führen. „Die Sprachfunktion ihres Mobiltelefons ist vorübergehend deaktiviert. Bitte nutzen Sie den Voice-over-IP-Service bei aktivierter Mobile-Internet-Verbindung.“ Vielleicht wird dieser Schritt kommen, wenn man die Umsätze von mobilen Datendiensten und Sprachdiensten vergleicht…

Matthias Ehrlich, Präsident vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. Quelle: BVDW

Matthias Ehrlich, Präsident vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. Quelle: BVDW

Matthias Ehrlich, Präsident vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. Quelle: BVDW

In einer aktuellen Bestrebung üben die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder heftige Kritik an der nach ihrer Ansicht fehlenden Umsetzung der E-Privacy Richtlinie („Cookie-Richtlinie“) durch die Bundesregierung. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. als Interessenvertretung vieler Digitalunternehmen, die sich auf Datenauswertung, Datensammlung und Datenverwendung zwecks Werbezwecke spezialisiert haben, kritisiert den Vorstoß der Datenschutzbeauftragten.

Cookies sind kleine Datensätze. Sie erleichtern unser tägliches Bedürfnis nach Informationen und Unterhaltung im Netz. Ohne Cookies ist die heutige Mediennutzung gar nicht mehr denkbar. Die meisten Nutzer akzeptieren pauschal, dass Cookies gesetzt werden und Informationen in den kleinen Textdateien gespeichert werden, um an anderer Stelle das Nutzungserlebnis „zu verbessern“. Die „Cookie-Richtlinie“ sollte das Opt-In, also die vorherige Einwilligung in die Nutzung von Cookies, in der Europäischen Union einführen, anstatt erst nachträglich mittels Opt-Out die Cookies zu unterbinden.

Trotz Ablauf der eigentlichen Umsetzungsfrist im Mai 2011 ist eine Umsetzung bislang nicht durch ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren erfolgt. Jedoch vertrat die Mehrheit im Bundestag damals die durchaus umstrittene Ansicht, dass die Regelung im § 15 Abs. 3 TMG der Vorgabe der Cookie-Richtlinie bereits entspreche. Eine Umsetzung der „Cookie-Richtlinie“ sei demzufolge nicht von Bedarf.

Der erneute Regulierungsvorstoß der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder, wonach die E-Privacy-Richtlinie der Europäischen Union nicht ausreichend in deutsches Recht umgesetzt worden sei, stößt beim BVDW und seinen Mitgliedern auf weitgehendes Unverständnis. Auf die entsprechende Einschätzung der Europäischen Kommission hat der BVDW bereits im Februar 2014 hingewiesen. Für Unternehmen, die auf die Pseudonymisierung verzichten wollen, gilt schon heute die Verpflichtung, eine explizite Einwilligung der Nutzer einzuholen.

„Die wiederholte Behauptung, die E-Privacy-Richtlinie sei in Deutschland nicht ausreichend umgesetzt, ändert nichts an der faktischen Rechtslage. Hier hat die Kommission bereits 2014 eine wichtige Klarstellung für die Digitale Wirtschaft in Deutschland getroffen, die endlich Rechtssicherheit geschaffen hat. Pseudonymisierung und Opt-Out ermöglichen eine differenzierte praxisnahe Lösung und sichern gleichzeitig den sparsamen Umgang mit Daten. Dieser ‚privacy by design‘-Ansatz gilt heute in Deutschland und ist zu recht auch in die aktuelle EU-Datenschutz-Grundverordnung eingeflossen“, kritisiert Matthias Ehrlich, Präsident vom BVDW.

Schon damals hatte die Europäische Kommission nach Aussage des BVDW ausdrücklich bestätigt, dass die derzeitigen deutschen Datenschutzstandards der von der EU verabschiedeten E-Privacy-Richtlinie entsprechen. Dieser Einschätzung hatte sich auch das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) angeschlossen. Damit besteht auch Klarheit in Sachen Cookie-Opt-In: Die im Telemediengesetz (TMG) erlaubte Nutzung von Cookies mit pseudonymen Profilen, verbunden mit einem Widerspruchsrecht der Nutzer, bleibt uneingeschränkt gültig.

Die gesamte Diskussion zieht sich seit einigen Jahren durch die Reihen von Politik und Lobbyisten. Die bislang nicht angestrebte Umsetzung der Cookie-Richtlinie begünstigt werbetreibende Unternehmen, Vermarkter und Mediaplaner, denn hinter dem Sammeln und Weiterverwenden von (pseudonymisierten) Daten steckt ein gewaltiges Geschäft, von dem viele Monetarisierungsmodelle abhängen.

Anastasia Ziegler, Geschäftsführerin Mediencluster NRW. Quelle: Unternehmen.

Nur noch wenige Wochen verbleiben, bis die Gründerkultur der Digital- und Medienbranche sich in Köln zum „ADVANCE Day“ trifft. Am 25. März 2015 findet die Startup-Konferenz mit einem neuen inhaltlichen Konzept in der Rheinmetropole statt. Mit diesem Schritt möchte das Mediencluster NRW die Gründer und Startups in allen Entwicklungsstufen adressieren. Unter dem Motto „Forward is now.“ erwartet die Konferenzteilnehmer ein kompaktes Programm mit Keynotes und Talks auf hohem fachlichen Niveau mit zahlreichen hochkarätigen Referenten aus dem In- und Ausland. Der Branchentreffpunkt summiert die Themen Digital, Media, Tech und Entrepreneurship.

Als Speaker konnten der bekannte Szenegesichter der Startupbranche gewonnen werden, darunter der dänische Serial-Entrepreneur und Venture Capitalist Morten Lund (Co-Gründer von Skype), Heiko Hubertz (Gründer von WHOW Games & Bigpoint), „Industry Pitch Master“ Ben Hall (Founder & CEO von Chalkboard), Christoph Krachten (Gründer und Präsident von Mediakraft und Vorstand Digitale Köpfe e.V. ), Jörg Binnenbrücker (Founding Partner bei Capnamic Ventures), Ronald Horstmann (CEO von Studio71), Carsten Fichtelmann (Founder & CEO von Deadelic Entertainment) und der Beauftragte für Digitale Wirtschaft in NRW, Prof. Dr. Tobias Kollmann (Universität Duisburg-Essen).

Anastasia Ziegler, Geschäftsführerin Mediencluster NRW. Quelle: Unternehmen.

Anastasia Ziegler, Geschäftsführerin Mediencluster NRW. Quelle: Unternehmen.

„Indem wir die Fragestellungen der Gründer kompakt und konzentriert beantworten, ermöglichen wir einen intensiven Wissenstransfer und darüber hinaus auch einen hohen Grad an Vernetzung“, sagt Anastasia Ziegler, Geschäftsführerin Mediencluster NRW. Dies soll insbesondere durch die individuellen Coaching Sessions mit erfahrenen Gründern, Investoren und renommierten Branchenexperten erreicht werden. Hier können bis zu 20 Startups sich in über 40 Workshops und Einzelcoachings zu ausgewählten Themen beraten lassen. Acht Startups erhalten die Chance, vor einer kompetenten Fachjury und dem versammelten Publikum ihre Geschäftsidee zu präsentieren.

„Unser weiterentwickeltes Konzept für den ADVANCE Day lässt junge Gründer mit Investoren und Unternehmen aus der Medienindustrie und Digitalwirtschaft auf Augenhöhe zusammentreffen“, schlussfolgert Anastasia Ziegler. Mit diesem Ansatz möchte das Mediencluster NRW das Wachstum von Startups fördern und die dynamische Entwicklung des Medien- und Digitalstandorts Nordrhein-Westfalens vorantreiben.

Der „ADVANCE Day“ wird durch das Mediencluster NRW veranstaltet und findet im Solution Space statt, dem neuen Innovationshaus am Kölner Dom. Interessierte Startups und Gründer können sich für die kostenlose Konferenz und Coachings ab sofort anmelden.