Mike Schnoor
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Warum wir Mails ins Netz stellen?

Blogkultur, Medien

Angeregt durch den aktuellene Fall rund um das Problem mit seriösem Journalismus in Deutschland stelle ich mit Besorgnis fest, dass trotz der Relevanz des Blogeintrags von Peter Glaser eines irgendwie sauer aufstößt. Warum veröffentlicht Herr Glaser eigentlich die E-Mails ohne es zu anonymisieren? Klar, eine anonyme Veröffentlichung macht die Story nicht zum Scoop des Tages. Dennoch fühle ich mich unwohl bei dem Gedanken, dass man ohne nachzufragen die E-Mails einfach so veröffentlicht.

Generell spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, dass man Spammails oder Newsletter oder sonstige Sachen im Sinne des Zitatsrechts veröffentlicht. Ich bin selbst so einer, der ganz oft den Spam veröffentlicht und kritisiert hat. Das in diesem Fall abgeleitete Bashing muss jedoch nicht sein und sollte selbst für Herrn Glaser einem Fauxpas gleichkommen. Pfui. Das gehört sich eigentlich nicht für Blogger, sondern ist irgendwie doch ein etwas arrogantes Auftreten als Reaktion auf die ursprünglich entgegengebrachte Arroganz. Aber was soll’s – let the battle begin. Fight ‚til the end and cause havoc and riots within the German Blogosfear. :)

13. August 2008/von Mike Schnoor
Schlagworte: Blogs, Deutschland, E-Mail, Journalismus, Medien, Spam
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2008-08-13 17:06:592008-08-13 17:06:59Warum wir Mails ins Netz stellen?
17 Kommentare
  1. 50hz sagte:
    13. August 2008 um 17:22

    Ich hab mir nur gedacht: Journalisten können sich ja fein gegenseitig zerfleischen. Die brauchen uns Blogger gar nicht. Gibt es so was auch unter normalen Menschen?

  2. Tobias sagte:
    13. August 2008 um 18:50

    Stimme absolut zu. Diese Pranger-Praxis von Herrn PG ist ekelerregend. Da hat wohl einer sein wahres Gesicht gezeigt.
    Ob die Mail des Journalisten arrogant ist oder nicht hat niemand zu beurteilen, da sie nicht für die Allgemeinheit zur Beurteilung bestimmt war.

  3. Bronco sagte:
    13. August 2008 um 20:28

    Auch ich hatte den gleichen Gedanken beim lesen des Artikels, da ich gerade selbst im engsten Familienkreis einen Fall von Googlebashing und Verleumdung erfahre. Es ist so einfach im Internet einen Ruf zu gefährden und auch evtl. eine Karriere zu zerstören.
    Leider kann man sich kaum dagegen wehren…

  4. Brenrhad sagte:
    13. August 2008 um 21:05

    Schon in der Web 1.0 Zeit war es z.B. ja schon gang und gäbe, PNs in den Foren an das Licht der Öffentlichkeit zu zerren. Meine Erfahrung ist: der Reputationsschaden für den Zerrenden war dauerhafter, zwar blieben ihm einige Claqueure – aber auch nur die.

    Klar, wer meint, Email sei privat, der täuscht sich. Aber es gibt auch ungeschriebene Konventionen – und Niveau.

  5. mk sagte:
    13. August 2008 um 23:58

    Gab‘ doch gerade erst das Urteil des LG Köln, dass das Veröffentlichen einer fremden E-Mail das Persönlichkeitsrecht des Absenders verletzt und grundsätzlich abmahnfähig ist: „Eine Veröffentlichung ist ausnahmsweise nur dann erlaubt, wenn ein sachlicher Grund besteht. “ Ansonsten ist die E-Mail „vergleichbar mit einem verschlossenen Brief, der durch das Absenden ebenfalls nicht aus der Geheimsphäre entlassen wird.“

    http://www.computerbetrug.de/nachrichten/newsdetails/urteil-fremde-email-darf-nicht-einfach-so-veroeffentlicht-werden-080806/

    Bleibt die Frage, wann ein „sachlicher Grund“ gegeben ist.

  6. dampfbadbiber sagte:
    14. August 2008 um 08:14

    Es kann viele Gründe geben, eine E-Mail trotzdem zu veröffentlichen. Jedoch einzig aus dem Grund jemanden bloßzustellen, wie bei Glaser, ist eine bodenlose Unverschämtheit. Wenn dies in einem anderen Kontext passiert wäre, hätte er sicher eine Klage am Hals. Nur mit dem Gang zum Anwalt würde sich der FAZ-Journalist noch mehr schaden. Die Blogger sind auf Glasers Seite – ein schönes Beispiel, was mit öffentlichen Druck (um nicht „Mob“ zu sagen) möglich ist.

  7. Cybaer sagte:
    14. August 2008 um 15:55

    Ja, sicherlich grenzwertig – mindestens!

    Aber andererseits: Dettweiler war bewußt, daß er einem Blogger schreibt. Dettweiler sind als „Onliner der FAZ-Wirtschaftsredaktion“ sicherlich auch die Gepflogenheiten der Blogwelt bekannt. Dettweiler hielt den Blogger für nicht seriös. Mit anderen Worten: Er hat es auch provoziert – sehr wahrscheinlich bewußt. Und ich vermute, ihm wird als „seriösem Journalisten“ mit Online-Affinität durchaus nicht aktuelle Disput zw. „seriösen Journalisten“ und dern Bloggern entgangen sein. Zumindest weist auch seine Wortwahl darauf hin.

    Daraus folgere ich, daß es keine Aktion ist a la: Die Frau hatte einen Minirock an, sie wollte vergewaltigt werden …

    … auch wenn es Dettweiler aufgrund des fehlenden Lendenschurzes und der Stolz zur Schau getragenen Erektion nun an die Eier geht. Ich denke, er hat einfach die Tragweite unterschätzt, sowie im nicht bewußt war, dass er da nicht mit einem x-beliebigen Blogger redet, sondern mit einem (im wortwörtlichsten Sinn) ausgezeichneten Autoren und Journalisten.

  8. lokalreporter sagte:
    15. August 2008 um 14:10

    wieso um alles in der welt sollte ich eine mail nicht veröffentlichen dürfen und den dazugehörenden absender selbstverständlich auch? erst recht mit so freundlichem inhalt wie in diesem fall.
    ich zb habe heute mittag eine dermaßen hahnebücherne mail eines qypers bekommen, die schreit geradezu nach publizität, ähnlich dieser, die glaser erhielt. pfuis und no-gos hinterherkommentieren? meine güte..

  9. Mike Schnoor sagte:
    15. August 2008 um 14:21

    @lokalreporter Ich glaube, dass es insbesondere hier detailiert steht, warum man nicht veröffentlichen darf, ohne vorher eine Genehmigung dafür zu haben. Generell als nicht-Jurist ist es natürlich von Interesse etwas zu veröffentlichen, wenn du die Namen der Schreiberlinge mit XYZ rauskürzt… aber hol dir lieber eine rechtliche Beratung für den Fall der Fälle. :)

  10. lokalreporter sagte:
    15. August 2008 um 16:16

    @Mike Schnoor – die juristische sicht zum thema ist mir bekannt, es war auch aus der perspektive des verhaltens gemeint [soll man dürfen oder nicht?]. mich verwundern moralisierenden reaktionen a la vertrauensbruch.
    jeder soll parteilich sein wofür er will, mir jedenfalls gehen erzieherisch gemeinte positionen in ihrer indirekten absicht aufn keks, du verstehst? :~]]

  11. Mike Schnoor sagte:
    15. August 2008 um 16:22

    @lokalreporter Erziehen tut ja niemand. Nur – mit Verlaub – ich habe mich zur Vorsicht erzogen… :)

  12. lokalreporter sagte:
    15. August 2008 um 17:17

    @Mike Schnoor – und ich betrachte die emil-veröffentlichkeitsdebatte eher mit nachsicht, von daher..;-)

Trackbacks & Pingbacks

  1. This email is [ ] bloggable [X] ask first [ ] private sagt:
    6. Oktober 2008 um 16:16 Uhr

    […] Zuge der Diskussion ob, wie und überhaupt E-Mails veröffentlicht werden dürfen, ist mir bei einer E-Mail heute […]

  2. Neuseeland - Middle Earth - 1000 Places before | AUDIOVISUELL sagt:
    19. August 2008 um 19:25 Uhr

    […] Mailveröffentlichung ist strafbar, egal von wem und es ist für mich auch absolutes No-Go! Bei reiner Spam ganz ohne Adresse – so als Zitat – vielleicht noch was anderes … aber in diesem Fall ist mir […]

  3. Advisign - Recht und Webdesign » Blog Archiv » Darf ich eine Email oder ein Schreiben im Internet veröffentlichen? – Eine Anleitung in 7 Schritten sagt:
    17. August 2008 um 12:59 Uhr

    […] Sichelputzer kritisierte, dass ein anderer Blogger Emails unanonymisiert ins Netz stellte. Daraus entstand die […]

  4. Web 2.0 & Recht sagt:
    14. August 2008 um 12:31 Uhr

    […] ob die ungefragte Veröffentlichung von E-Mails rechtlich zulässig ist. Die Überlegungen die Mike Schnoor anstellt oder sich im Beitrag von Robert Basic bzw den entsprechenden Kommentaren finden, befassen […]

  5. Basic Thinking Blog | ungefragt eMails veröffentlichen sagt:
    13. August 2008 um 19:29 Uhr

    […] Auch handelt es sich um einen Vertrauensbruch, der für mich noch schwerer wiegt. Mike Schnoor weist völlig zurecht darauf hin, das das Veröffentlichen E-Mails ein no go ist. […]

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