Barcamp: Persönlicher Wissenstransfer zur Digitalisierung in Münster beim #MSCamp17

Seit über 10 Jahren besteht in Deutschland die Barcamp-Bewegung. Mein erstes BarCamp besuchte ich 2006 in Berlin, danach ging ich auf viele weitere dieser Veranstaltungen. Mittlerweile treffen sich die Menschen in zahlreichen Städten zusammen, um auf diesen Unkonferenzen ohne eine vorgegebene Agenda über genau die Themen zu diskutieren, welche die Teilnehmer tatsächlich interessieren. Warum funktionieren BarCamps im Jahr 2017 immer noch so gut?

Barcamps gehören zur Digitalbranche wie eine dmexco, die re:publica oder die Online-Marketing-Rockstars. Für die Kommunikationswelt rund um Marketing und PR bietet sich mit einem BarCamp eine wunderbare Gelegenheit, um die eigenen Kenntnisse zu testen, sie zu erweitern und das eigene Wissen zu vermitteln. Denn im Unterschied zu den großen Konferenzen und Festivals, eben jene mit einem relativ hohen Aufwand an Zeit und Geld, um letztendlich doch nur ein vorgefertigtes Programm zu betrachten, bringen die Teilnehmer eines Barcamps aktiv die Inhalte mit eigenen Präsentationen, Diskussionen und Interaktion untereinander ein.

Gute Beispiele finden sich viele, angefangen bei freien Barcamps über Städte-Barcamps bis hin zu Branchen- und Themencamps, auf denen als einziger Unterschied nur der Wunsch eines Oberthemas vorgegeben ist. So tauschen die Teilnehmer dieser sogenannten Unkonferenzen ihr Wissen wie eine sprudelnde Quelle an Information und Inspiration aus. Hier kann jeder Erfahrungen über die Dinge sammeln, die einem im beruflichen Kontext weiterhelfen und von denen man andere Sichtweisen abseits des Branchenmainstreams erhalten möchte.

Was als BarCamp aus vielen größeren Städten bekannt ist und bereits in einem regelmäßigen Turnus stattfindet, kann auch als zartes grünes Pflänzchen erwachsen, welches sich am Ende als prächtige Orchidee entfaltet. Genau diesen Effekt konnte man auf dem MünsterCamp 2017 beobachten, auf dem viele Münsteraner und Besucher aus Köln, Bonn, Frankfurt oder Leipzig ein BarCamp mitgestalten durften. Was an nur einem Tag stattfand, eroberte mit Leichtigkeit den digitalen Äther. Wer dem Hashtag #MSCamp17 auf Twitter folgte, konnte das Geschehen leicht mitverfolgen, denn wie bei den meisten BarCamps verlagern sich die Gespräche entsprechend ins Netz.

Social Media Monitoring, Mobile Storytelling, Influencer Marketing, Shitstorm-Management oder Corporate Blogs – was in der digitalen Expertenwelt zum Businessalltag zählt, braucht schließlich immer seine Zeit, um in die Köpfe der vielen Mitarbeiter und damit überhaupt in den Kompetenzbereich von Unternehmen zu gelangen. Diese Themen kamen erwartungsgemäß bei den Besuchern gut an, doch gerade neben diesen sehr gängigen Themen mit Branchenfokus wünschten sich die Teilnehmer vor allem eines: Münster soll seine digitale Kompetenz stärken.

Natürlich gibt es bereits die „Digital Hub münsterLAND“-Initiative, welche über die staatliche Förderung der DWNRW-Hubs als Innovationszentrum im Münsterland gegründet wurde und sich die Förderung der Digitalisierung und Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft, Institutionen, Verbänden und Startups auf die Fahnen geschrieben hat. Für die Teilnehmer des MünsterCamps stellte die Frage, wie sich die Digitalisierung in und um Münster vorantreiben lässt, eine zentrale Herausforderung dar. Kein Wunder, denn digital zu sein als Stadt, Unternehmen oder als Gesellschaft ist zu einem bedeutungsvollen Thema für die Bürger der Stadt geworden. Dies sorgt für Gesprächsstoff bei einem BarCamp – und manchmal ein wenig Zündstoff. Denn durch verschiedene Vorträge und Diskussionsrunden erhielten die Teilnehmer unterschiedlichster Interessengebiete die Chance, endlich zusammen an einem Tisch über ihre Ideen und Wünsche für eine digitale Stadt zu sprechen.

Die Idee der BarCamps funktioniert auch heute noch, über zehn Jahre nach der Gründung dieser „Bewegung“. Unternehmen, Marken, Menschen und Behörden sollten die Gelegenheit nutzen, um sich über relevante Themen auszutauschen. In Münster hat es erfolgreich geklappt, die verschiedenen Akteure zusammenzuführen. Man darf darauf hoffen, dass sich der Austausch untereinander auch nach der Veranstaltung des MünsterCamps weiter fortführen lässt. Als quasi Außenstehender war ich nur Besucher und konnte einige Impulse in den Diskussionen geben, doch gerade diese Art der Teilnahme macht mir persönlich Spaß. Daher freue ich mich auf das nächste Städtebarcamp hier in der Region mit dem BarCamp in Bonn, denn auch in der Nachbarstadt von Köln steht die Digitalisierung auf der Agenda und man lädt über die Stadtgrenze zum Gespräch ein.

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Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

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