5 Tipps zur Vermeidung einer Schreibblockade

Was muss man tun, wenn die Gedanken nicht frei sind? Wenn Worte nicht geflügelt daher kommen? Wenn die Finger nicht über die Tastatur huschen wollen? Wenn man den geistigen Erguss nicht in einen Text formulieren kann? Diese Situation bezeichnen viele Autoren als Schreibblockade, unter der selbst ich zeitweilig leide. Jedoch gibt es dazu verschiedene Auswege, um eine Schreibhemmung zu besiegen. Wie das geht, möchte ich heute in einem Beitrag zur Blogparade von Kerstin Hoffmann über Schreibblockaden aufzeigen.

Im Wortkern beschreibt die Schreibblockade ein ganz psychisches Phänomen des Alltags: Viele Autoren haben größere oder kleinere Schwierigkeiten, ihre Worte zeit- und termingerecht nieder zu schreiben. Die Arbeit an journalistischen Texten, künstlerischen Werken oder wissenschaftlichen Arbeiten können nicht ausgeführt und zum Ziel gebracht werden.

Sich von dem eigentlichen Ziel, der Vollendung einer Arbeit, abzulenken, ist ein fataler Fehler. Wir schieben den Artikel nur vor uns hin, indem wir das Arbeitszimmer aufräumen, ein wenig Frischluft tanken oder gar nach weiteren Informationen rund um das Thema recherchieren. Was jeder Autor für einen Artikel braucht, ist die klar formulierte Kernbotschaft.

Meine 5 Tipps gegen eine Schreibblockade

Denn am Anfang eines Artikels steht das Thema. Ohne diese Kernbotschaft kann nur in den seltensten Fällen ein Artikel von Erfolg gekrönt sein. Texte entwickeln daran ihr Thema und umgarnen damit den Leser. Daher stelle ich mir als Autor vor dem eigentlichen Schreibprozess immer verschiedene Fragen, die ich mir immer selbst beantworten muss, um einen Artikel zu entwickeln:

1. Tipp: Habe ich etwas Spannendes oder Außergewöhnliches mitzuteilen?
Als Autor versuche ich nicht den boulevardesken Charme der Regenbogenpresse zu imitieren. Ich setze lieber auf eigene Themen, die einen eigenen Charme besitzen sollten. Um ein Thema zu finden, schreibe ich viele alltägliche Dinge auf und halte diese Informationen für einen späteren Zeitpunkt fest. Als Entwürfe im Blog, als Notizen auf dem Smartphone oder als Gedanken im Sinne von Inception. Aber nicht jedes Mal muss ein Artikel anhand dieser Notizen durchproduziert werden. In solch einem Fall sehe ich von einer Veröffentlichung gerne ab, denn das reine Mitreiten auf Themen um der Reichweitengenerierung kann ein guter Schreiber im Stundentakt schnell erledigen.

2. Tipp: Besteht ein expliziter Nachrichtenwert oder habe ich nur ein Mitteilungsbedürfnis?
Sehr oft entwickeln sich interessante Nebenschauplätze, die ein Problem vertiefen oder erste Lösungen aufzeigen. Oder ein anderer Autor nimmt sich des Themas an. Wenn ein Thema zuerst gar nicht vorhanden ist oder mein Thema nicht vollständig erscheint, beobachte ich den Markt. Sowohl das Weltgeschehen als auch Fachlektüre kommen schnell als Informationsquellen in Frage. Ich lese die Beiträge von anderen Autoren oder beobachte meinen Lebensalltag als digital agierender Mensch. Manchmal können individuelle Herausforderungen zu interessanten Problemlösungen in einem Artikel geführt werden, von denen andere Leser profitieren können.

3. Tipp: Kann ich einen fachlichen Beitrag entwickeln oder möchte ich eine emotionale Bindung zum Leser herstellen?
Natürlich schreibe ich einen Text nicht sofort, sondern mache mir Stichpunkte, die ich zu vollständigen Sätzen ausformuliere. Wie lesen sich dann diese Sätze? Passt dies zum gewählten Thema? Weitere relevante Details hebe ich durch eigene Absätze hervor oder summiere prägnante Aussagen am Ende des Artikels. Ich achte dabei auf meinen Schreibstil, formuliere Tipps und Empfehlungen – oder wähle die sprachgewaltige Keule, die ich dem Leser um die Ohren haue. Die Tonalität und die gesamte Ansprache der Leser müssen zusammenpassen, denn ein wissenschaftlicher Text sollte keine polarisierende Meinungsäußerung sein.

4. Tipp: Welche Informationen liegen bereits vor, um die berühmten W-Fragen zu beantworten?
Analog zur Kernbotschaft sollten sämtliche Informationen für ein Thema vorliegen. Indem ich dabei ähnlich der Arbeitsweise in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit die wichtigsten Informationen direkt an den Anfang eines Artikels stelle, kann ich mir selbst als Autor bereits ein Gesamtbild des Artikels machen. Die W-Fragen umfassen im Grunde genommen das, was alle aus dem deutschen Song der Sesamstraße gelernt haben:

  • Wer – Um wen geht es?
  • Wann – Wann ist es geschehen?
  • Was – Was ist überhaupt Inhalt des Artikels?
  • Wo – Ort des Geschehens
  • Warum – Warum ist etwas passiert

Diese Art und Weise werden viele Leser schätzen, schließlich möchten sie sich ihr eigenes Bild von dem Thema machen und kennen diese Form der Berichterstattung aus jahrelanger Erfahrung mit allen Medien. Alternativ besitzen Blogs den Charme, dass sie eine eigenständige Art und Weise von Informationsvermittlung besitzen, so dass man gerne von den W-Fragen abschweifen darf.

5. Tipp: Welche offenen Fragen muss ich zuvor recherchieren, damit mein Artikel schlüssig ist?
Gewiss achte ich nicht auf Perfektion meiner Texte, denn eine Korrektur sollte immer erst dann erfolgen, wenn die grundlegende Fassung eines Artikels vorliegt. Aber grundsätzlich sollte ich ein Thema möglichst umfänglich betrachten, ohne dass relevante Erkenntnisse unter den Tisch fallen. Viel zu oft versuchen Autoren, ihre Berichte um wesentliche Details zu kürzen oder Quellen vorzuenthalten. Als Autor sollte ich bemüht sein, alle Behauptungen auch beweisen zu können. Nichts ist fataler, als dass die getätigten Aussagen als Falschaussagen überführt werden. Selbst eine Meinung sollte notfalls überprüfbar und belegbar sein.

Eine Frage der Arbeitsweise

Kurzum: Die Entwicklung eines Textes kann herausfordernd sein. Umso deutlicher tritt das Phänomen der Schreibblockade auf, sobald es um die Frage der Konzentration geht. Wer an einem Text arbeitet, sollte dies nicht zwischen Tür und Angel erledigen. Die Arbeitsatmosphäre ist entscheidend, ob ein Artikel am Ende den Leser überzeugen kann oder einen Verpuffungseffekt mit sich bringt. Beim Schreiben achte ich daher darauf, dass ich grundsätzlich in einer ruhigen Umgebung arbeiten kann. Störfaktoren versuche ich zu vermeiden, schließe gerne das Fenster und die Tür, aber gönne mir manchmal die nahezu beiläufige Berieselung durch ausgewählte Musik.

Die wichtigste Erkenntnis lautet jedoch, dass Autoren nicht über ihre Schreibblockade nachdenken sollten, sondern eine Lösung für ihr Problem finden müssen. Anstatt Tipps über Denkpausen oder Ablenkung vom Thema zu geben, habe ich mich entschieden, explizit zum Schreiben als Mittel gegen die Schreibblockade aufzufordern. Und wer jetzt immer noch kein Thema findet, über das sich gut schreiben lässt, kann an Blogparaden teilnehmen oder ein zugeworfenes Blogstöckchen aufgreifen. Viel Freude beim Schreiben!

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