Foursquare – Tipps für die Vier im Quadrat!

„Bist Du schon eingecheckt?“, fragte ich dieses Wochenende ein paar Bekannte bei einem etwas längeren Aufenthalt im Bastians (Qype/4sq) mitten in der Kölner Innenstadt. „Nein, da sagst Du was!“ war daraufhin als direkte Antwort zu hören. Die Frage traf den Nerv unserer kleinen webaffinen Gemeinschaft, so dass mein kleiner „friendly reminder“ gleich zu vier zusätzlichen Checkins im Bastians verhalf. Mittlerweile twittert die Netzgemeinde nicht nur, sondern sie springt zur Vier im Quadrat – und wie man an mir sieht, geschieht alles voller Freude.

Seit fast zwei Monaten bin ich mit der Vier im Quadrat herumgesprungen. Viel davon war Selbstfindung. Aber weil ich ein begeisterter User bin, möchte ich einige Gedanken und Tipps zu Foursquare hier im Blog festhalten – also bitte zurücklehnen und entspannen. Natürlich gibt es schon diverse Anleitungen, Tipps und Tricks für Foursquare, aber dort versucht man meistens zu regeln, wie und was Nutzer bei Foursquare alles machen sollen oder dürfen. Bleiben wir auf dem Boden der Tatsachen und versuchen lieber zu verstehen, dass Foursquare zu aller erst ein Location Based Service und gleichzeitig ein einfaches mobiles Spiel war. Die Regeln stellt dafür wenn überhaupt nur der Betreiber selbst auf. Doch mit der Zeit prägen die Nutzer den Dienst durch ihr eigenes Verhalten. Daher geht es hier um rein logische Dinge, die man zum schnelleren und besseren Foursquaren verinnerlichen darf – aber nicht um irgendwelche goldenen Regeln, die mit Strafen sanktioniert werden!

Meine persönlichen Einsteiger-Tipps für Foursquare

  1. Bei Foursquare darf jeder wie und was er möchte. Apropos „Goldene Regel“: Ihr könnt euch in Bars oder Kneipen einchecken, bei euch zu Hause (sofern ihr das möchtet), auf der Arbeit, bei Kunden, bei Freunden, in Geschäften, in Hotels, am Flughafen oder Bahnhof oder sogar auf der Zugspitze. Schließlich gestalten die Nutzer die Informationen, die bei Foursquare hinterlegt sind – und nicht irgendwelche Wichtigtuer am Markt, die meinen alles besser wissen zu müssen.
  2. Aber bitte suche erst nach bestehenden Locations und lege nicht sofort alles neu an. Zum Auftakt gleich eine Euphorie-Bremse? Ja, denn manchmal gibt es die Location schon bei Foursquare. Sie ist nur unter einem anderen Namen angelegt. Das beste Beispiel hierfür ist der Flughafen Köln/Bonn. Man findet so über den Daumen gut fünf weitere Plätze, die ähnliche Namen mit „Airport CGN“, „Flughafen Köln“ oder auch „Airport Köln“ haben, teilweise jedoch von irgendwo her über die Geokoordinaten angelegt wurden. Das hilft niemandem weiter, der Foursquare wirklich nutzen möchte. Auch das Bastians gibt es schon zwei Mal in Foursquare. Da hilft nur, über das Feedback-Formular bei getsatisfaction einen „Merger 4 venues“ anzufordern, so dass niemand seine Checkins verliert, aber neue User zielgerichtet auf Kurs mit ihren Checkins bleiben.
  3. Limitiere die Checkins für Twitter und Facebook. Foursquare bietet die Verteilung der Checkins auch zu Twitter und Facebook an. Was manche User jedoch vergessen: Nichts ist manchmal nerviger, dass alle Informationen in jedes Netzwerk gleichzeitig gesteckt werden. Desöfteren gibt es bereits eine Synchonisation von Twitter und Facebook, so auch wie bei mir selbst. Würde ich nun alle Checkins zu Twitter jagen, weiß gleich mein Facebook-Profil bescheid. Hätte ich dann noch eine zusätzliche Schnittstelle von Foursquare zu Facebook geschaffen, würden die Informationen redundanterweise doppelt und dreifach meinen Followern und Kontakten präsentiert. Anders herum geht es ähnlich. Hier hilft es einfach, diese Schnittstellen bei Foursquare in den Einstellungen zu deaktivieren. Nett sind die Notifications für Badges und den Status als Mayor – alles andere darf ruhig ausgeschaltet bleiben.
  4. Viele Locations sind gut, aber nicht jeder Checkin ist sinnvoll. Grundsätzlich gilt ja, man soll sich bei Foursquare überall mitteilen. Aber wer krank geschrieben zu Hause verweilt, der sollte sich nicht unbedingt wenig später in Bars herumtreiben. Legitim sind natürlich gut platzierte Checkins beim Arzt oder bei einer Apotheke, doch ob jeder der Kontakte dieser Information wissen muss, bleibt gewiss fraglich. Dafür gibt es schließlich die Option, seinen Checkin zu verschleiern und „off the grid“ als Status bekannt zu geben. Auch spricht es nicht für sich, ein strategisches oder unter einem NDA laufendes Meeting mit Geschäftspartnern oder einen Pitch bei Foursquare zu verbreiten. Das könnte der Arbeitgeber mitbekommen und natürlich auch potentielle Konkurrenten. Der berühmte „Trau dich doch“-Checkin im Pascha sollte vielleicht auch nicht die Ehefrau mitbekommen – aber wer den Kick halt braucht…
  5. Mache einen Shoutout zu neuen Locations! Zwar praktiziere ich es nicht so intensiv, jede neue Location mit einer netzwerkweiten Statusmeldung zu verbinden, doch manchmal hilft es zu verstehen, warum jemand grade dort eincheckt. Es bleibt ein rein informativer Nutzwert, über den ich mich zumindest freuen kann.
  6. Nutze Tipps sinnvoll für Dich und andere Nutzer. Die Dir wichtigen Locations wie dein Lieblings-Café sollten wenn möglich mit Tipps ergänzt werden. Vielleicht gibt es auf der Speisekarte eine kleine Besonderheit, die andere Nutzer auch kosten wollen. Oder Du erstellst einen Tipp, wie man am schnellsten vom Flughafen in die Innenstadt kommt – dazu im Text später mehr am Beispiel vom Flughafen Berlin Tegel.

Die obige Liste beinhaltet also keine Verpflichtungen, sondern stellt vielmehr eine erste Hilfestellung dar, denn schließlich ist Foursquare das angesagte Trendthema für mobile Fetischisten. Man zeigt sich öffentlich und freimütig an den jeweiligen Plätzen, die man für wichtig erachtet und seinem Kontaktkreis mitteilen möchte. Direkt über die eingebauten GPS-Empfänger im mobilen Endgerät ermittelt man dazu auf die Schnelle seinen Standort, sucht nahegelegene Locations wie Bars, Cafés, Kneipen, Lokale, Restaurants, Geschäfte, Büros, Events oder Konferenzen und „checkt ein“. Wer seinen Platz nicht gefunden hat, erstellt spontan die Location für sich selbst und andere Nutzer anhand seiner GPS-Daten und bei Bedarf mit echten Adressdaten wie Straßennamen, Hausnummern und Postleitzahlen. Wer dann nicht eingecheckt ist, fühlt sich ein wenig „out of the scope“ und kann gleich „off the grid“ bleiben. Foursquare ist modern, zeitgemäß und alles andere als schwer zu verstehen.

Vorzugsweise wird der Dienst über mobile Applikationen bedient. Eine entsprechende Software findet sich direkt auf dem Portal für iPhone, Blackberry, Android und webOS. Das ältere Symbian bleibt dabei noch auf der Strecke, aber wer möchte, kann natürlich auch auf die leicht umständliche mobile Version zugreifen. Die ist leider alles andere als komfortabel aufgebaut, erfüllt jedoch seinen Zweck für Menschen wie mich. Schließlich besitze ich nur ein extrem gehypetes und gepushtes Nokia N97 – und für die Nokia Handys gibt es eine ziemlich schlechte Auswahl an Apps und nützlichen Programmen, die einem das Leben erleichtern können.

Foursquare besitzt trotz der ganzen Spielerei eine hohe Relevanz. Zwar vernichtet der Dienst eigentlich die Zeit der Nutzer durch den gesamten Prozess rund um das „Einchecken“. Doch für andere Nutzer von Foursquare sind diese kollektiven Informationen umso wertvoller, je mehr Informationen zu einer Location zu finden sind. Mittels Tags können zusätzliche Informationen zu obskuren Namensgebungen verknüpft werden. Ein neuer „Tipp“ oder „Todo“ würzte die Location mit Insiderwissen. Am Berliner Flughafen Tegel informiert beispielsweise @kosmar nebst anderen Besuchern darüber, dass man nur mit einem Taxi oder mit dem Bus weiterfahren kann, da keine Haltestelle für U-Bahn bzw. S-Bahn angegliedert ist. Diese Informationen machen Foursquare zu einem wesentlichen Bestandteil der reisefreudigen Gesellschaft. Ein richtig guter Tipp zu einer Location ist meiner Meinung nach Gold wert. Der eigentliche „Checkin“ vor Ort ist sogesehen nur noch obligatorischer Spieltrieb.

Insgesamt muss Foursquare also Spaß machen. Denn ansonsten bringt dieser Location Based Service (LBS) auch nicht viel – zumindest noch nicht in Deutschland. Dazu aber später einmal mehr. Jetzt ist Foursquare wie ein neuartiges Spiel, das ein gewisses Suchtpotential verbreitet, aber ohne drückende Tendenzen zur Isolierung der Individuen seine Sucht ausspielt. Schließlich kommt man ja unter Leute und vernetzt sich – bei World of Warcraft kommt dieser echte Lebensanreiz ja viel zu kurz. Ich nutze Foursquare mittlerweile mit Leidenschaft! Seid Ihr auch schon von der „Vier im Quadrat“ begeistern? :)

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Als überzeugter DAU und Nicht-Spieler mache ich einen großen Bogen um jeden digitalen nicht-nützlichen Zeitverschwender. Deswegen nur eine einzige Frage: „Wie filtere ich Twitter die ganzen Foursquare-Meldungen aus?“ So wie es dankenswerterweise auf Facebook mit Farmville, Mafiawars, Foursquare und anderen Games dankenswerter Weise auch geht …..

  2. @Joachim – Im Prinzip hilft bei Twitter nur, dass die von Dir verfolgten Twitternutzer sich bekehren lassen und die Einstellungen entsprechend bei Foursquare anpassen, so dass nicht jeder Platz bekannt gemacht wird, sondern nur Mayor-/Badge-Meldungen. Oder Du klärst das direkt mit einem unfollow…

  3. Pingback: Dentaku » Foursquare – Tipps für die Vier im Quadrat! | MikeSchnoor.com

  4. Danke, das sind Gute Tipps ..
    Werde mich jetzt auf jeden fall anders entscheiden..:)
    da Ich jetzt auch bescheid weis..
    Angelo

  5. Pingback: Foursquare – Wie Unternehmen das nächste große Ding heute schon nutzen | marketing2morrow

  6. hallo!
    was hat es denn mit diesem off-the-grid auf sich?

    bekomme einfach keinen mayor mehr, obwohl ich bis zu 50 mal eingecheckt habe.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.