Drei Tipps für zeitliche Blogpostings mit maximalem Erfolg

Zwar konnte ich in den vergangenen Tagen aufgrund vieler offlinebedingten Aktivitäten und Projekte mich nur stiefmütterlich um mein Blog kümmern, möchte dafür heute aber einen kleinen Erfahrungsaustausch machen. Ich habe anhand meiner eigenen Blogeinträge gemessen, dass es wirklich ideale Zeiten für einen neuen Blogeintrag gibt. Natürlich hängt alles von der Zeitzone eurer Leser ab, ich beziehe mich primär auf Deutschland. Generell sehe ich zwei Kernzeiten für gute Blogeinträge. Ein Negativbeispiel darf natürlich nicht fehlen.

  1. Toptime: 8-11 Uhr
    Der frühe Vogel fängt den Wurm. Normalerweise lesen die Menschen die Blogs als aller erstes zu Hause oder im Büro. Wer in der Zeit einen neuen Artikel raushaut, kann gut Punkte machen. Andere Blogger nehmen einen solchen Artikel gerne auf. Ebenfalls lesen Journalisten das Blog. Manchmal generiert sich auch ein Onlinebericht bei einem guten Fachmedium daraus.
  2. Pausenzeit: 14-16 Uhr
    Entweder nach der Mittagszeit oder kurz vor der Kaffeezeit bequemen sich viele Leser zum Lesen. Diese Zeit kann man auch ausnutzen und ein aktuelles Tagesgeschehen aufgreifen und kommentieren. Vor allem wirkt ein Artikel in dieser Zeit, weil einige Bürohengste genau dieses Zeitfenster nutzen, um nach dem morgendlichen Blog-Genuss auf neue Perlen zu stoßen.
  3. NO-GO Zeiten
    Generell bezeichne ich hier die Zeit ab 22 Uhr als problematisch, außer es liegt ein hoch aktuelles Thema an. Als Persönlichkeiten haben alle Blogger jedoch immer noch ein Privat- bzw. Familienleben. Es könnte zu illustren Fragen führen, warum um 4 Uhr morgens gebloggt wird. Daher würde ich nach Mitternacht nur sehr ungerne einen Blogeintrag veröffentlichen. Falls jemand um die Zeit aktiv schreiben möchte, kann man ja auch den Blogeintrag am nächsten Tag veröffentlichen. :)

Für die restlichen Zeiten gilt: Dazwischen ist es natürlich nie verkehrt, etwas zu schreiben. Es hängt auch immer von den Lesegewohnheiten eurer Leser ab, wie stark sich das zeitliche Bloggen auf sie zum Positiven hin auswirkt. Dazu noch eine Empfehlung zur Einteilung nach Wochentagen. Denkt vielleicht wie ein Verleger. Wann erscheinen die meistgelesenen Zeitungen und Zeitschriften? Je nach Medium hat man sich auf seit Jahren etablierte Tage eingefahren. Die W&V und die Horizont erhalte ich als Fach- und Branchenmedien am Donnerstag, alle zwei Wochen erscheint kress zum Freitag, die Internet World Business wiederum am Montag. Gebt euren Blog-Lesern ein Gefühl für Regelmäßigkeit und Kontinuität – etwas, das ich leider im Moment hier im MikeSchnoor.com nicht direkt verfolge – doch es hilft unglaublich.

Hier ein Beispiel für eine mögliche Zeitplanung:

  • Inhaltlich gute Artikel für Montag bis Mittwoch einplanen.
  • Für Mittwoch, Donnerstag und Freitag lohnen sich Folgestories oder mitunter exklusive Kracherthemen.
  • Amüsante Randdetails, Features oder Themen zu externen Aktionen laufen gut am Wochenende.
  • Weniger interessante Artikel sind eher etwas für die Zeit zwischendurch, falls Themenlosigkeit dominiert.

Nicht zu verachten sind automatische, zeitgesteuerte Postings, die man mittlerweile über nahezu jede gängige Blogsoftware einsetzen kann. Wer fünf gute Themen in zwei Stunden ins Blog jagt, kann das lieber auf mehrere Tage auslagern.

Außerdem sollte jeder „Fachblogger“ sich zwischen Harmonie oder Disharmonie mit anderen Medien entscheiden: Themenspezifische Artikel können an die regelmäßige Erscheinungsweise von größeren Printtiteln angepasst werden. Ich orientiere mich stark an den Branchenmagazinen (s.o.), aber man kann sich gut an techniklastigen Monatstiteln orientieren, an Unternehmertum-/Wirtschaftsblättern, oder an so ungefähr allem, was man unter „Lifestyle“, „Mode“ oder „Essen/Trinken“ verstehen kann. Film- und Kinohighlights wären klassisch für die Mitte der Woche zu platzieren, wenn die Leser nach Entscheidungsgrundlagen für Donnerstag als typischen Kino-Tag suchen.

Was hier natürlich weniger berücksichtigt ist, ist ganz klar das Microblogging mit Twitter und Konsorten. Das ist zu fast jeder Tageszeit möglich, manchmal jedoch verwundert es mich schon, wie viel Zeit so manche gestandene Menschen haben, um als Dauer-Tweeter sich einen Namen zu machen. Vielleicht haben ja andere Blogger ähnliche Erfahrungen gemacht. Wie steht ihr zu dem Thema und was sind eure Erfahrungen mit Blogposts? Oder spreche ich hier doch zu stark aus der Sichtweise eines Medienmenschen und PRlers? Ich freue mich auf eure Kommentare! :)

Veröffentlicht von

Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Also mir ist 8.00 Uhr schon zu spät ;) liegt aber daran, dass ich da schon ne Std. arbeite (normalerweise). Auch nutze ich als Leser die Zeit nach 22.00 Uhr sehr gerne – einfach weil dann alle Kids im Bett sind, und ich die Zeit und Ruhe habe die Posts zu lesen, die ich den ganzen Tag über nicht aufsuchen konnte. Von daher sehe ich das mit den NoGo-Zeiten etwas anders (aber das bin nur ich, und im Vergleich sicher nicht ausschlaggebend).

    Eine Frage der richtigen Zeiten ist aber sicher auch die Intention des Bloggers. Jemand, der rein private Themen von sich gibt, wird sicher anders Bloggen, als jemand der das Teil- und Hauptberuflich macht, bzw. einen eher öffentlichen Charakter zeigen will. Private Blogs sind sicher nicht so den Zeiten unterworfen …

  2. Den Ansätzen kann man hierbei zustimmen, jedoch kann das ganze auch aus der Sicht der Leser betrachtet werden : Die haben in der Regel feste(re) Zeiten, jedoch nicht immer feste Blogs. Ich nutze zum Beispiel gerne diverse Suchfunktionen um über bestimmte Themen andere Sichtweisen zu finden.

    Blogs die mir gefallen werden zwar notiert, aber dennoch nur unregelmäßig aufgesucht. Allgemein stimme ich jedoch Johannes zu : Bei allen Überlegungen sollte man zwischen privatem Spaß und kleiner Zielgruppe und einem gewerblichen Ansatz trennen.

  3. Bei meinem Blog konnte ich feststellen, die meisten Besucher kommen am Freitag ca. 14.00 UHR. Schreiben mag ich aber nicht, mit der Spitzenzeit im Nacken. So kümmere ich mich herzlich wenig um irgendwelche Statistiken, sondern schreibe wenn das Thema in mir gereift ist.
    Bernd

  4. Die beste Zeit dürfte wohl auch vom eigentlichen Blog-Thema abhängen.
    Bei mir sind die bestbesuchten Zeiten der Montag-Vormittag (wenn wieder alle ins Büro kommen) sowie der Freitag-Nachmittag (wenn es um die Wochenend-Vorbereitungen geht).
    Das Wochenende ist sehr abwechselnd und ich könnte Dir auf Grund meiner Besucherzahlen 100%ig das vorherrschende Wetter sagen (Bei Schönwetter so gut wie keine Besucher, bei Schlechtwetter enorm großer Andrang).
    Schöne Grüße – Christian

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