Facebook – Deutsches Fratzenbuch

Am Montag kam es ganz frisch auf den Tisch: Facebook gibt es auch auf Deutsch. Doch was taugt es eigentlich, das altbewährte Kontaktnetzwerk auch in einer anderen Sprache zu nutzen? Nicht viel, denn nahezu alle Applikationen sind auf Englisch und nicht eingedeutscht. Es fehlt mir einfach der Mehrwert, die Spracheinstellung trotz der dicken Aufforderung in meinem Newsfeed bei Facebook zu ändern.

Natürlich sind insbesondere nicht-englischsprechende Mitglieder von der Tatsache berührt, sich als vollkommen eingegliederte Zielgruppe innerhalb von Facebook zu bewegen. Doch auch die Gruppen sind neben den Applikationen immer noch in Englisch – und da wird sich nicht viel tun, außer man startet Gegengruppierungen… aber dann hat man genau das erreicht, was viele Nutzer bei der Migration von studiVZ und meinVZ bereits auffiel. Es entsteht ein sprachliches Wirrwarr, durch das man im Grunde genommen nicht mehr durchblicken kann.

Suche ich später die Applikationen und Gruppen in Deutsch, in Englisch, in Spanisch, oder alle zusammen? Daher sage ich: Besser auf Englisch bleiben. Wer braucht schon ein deutsches Facebook mit englischen Gruppen und Applikationen als Social Network? Solange dort eine zu starke inhaltliche Diskrepanz zwischen Nutzerinteressen und Übersetzung ist, hält mich das von der Benutzung ab… :)

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Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. hmmm, von Facebook habe ich schon gehört, aber welchen Nutzen hat es?
    Das hat sich mir bisher noch nicht erschlossen.

  2. Sowas kommt bei Software(zu) häufig vor. Da wird nicht ordentlich designt und wenn Projekt oder COde dann wachsen muss man Verrenkungen anstellen anstellen, damit es den neuen Anforderungen genügt.

  3. @Pepino – Facebook hat nur einen Nutzen für die, die auch Facebook nutzen wollen. Es ist genauso wie mit dem Radio. Es hat nur einen Nutzen für die, die es hören wollen… naja, so circa. :D

    @Michael – Ich wette, dass die meisten gut laufenden Applikationen es sehr schwer haben werden, in die jeweiligen Sprachen zu migrieren – zumindest kurzfristig wird bei Facebook alles beim Alten bleiben, sobald man das Funtainment dort nutzen will. Abwarten, Tee trinken…

  4. Prinzipiell sollte es kein Problem sein, die Spracheinstellung mittels Facebook-API an eine Applikation zu senden, sodass diese diesen Umstand umsetzen kann und entsprechend die Sprache wechselt.
    Dies würde zwar den Programmieraufwand der jeweiligen Apps oder Widgets erhöhen, sollte aber gerade für professioneller Applikationen wie Last.Fm, Twitter oder ähnliches interessant und umsetzbar sein.
    Dies hängt jedoch von der Größe des jeweiligen Sprachmarktes ab – und hier wird Facebook aller voraussicht nach nicht so bald die entsprechenden Nutzerzahlen vorweisen können.

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