Google erregt in diesen Tagen wieder die Gemüter. Auch bei Arcor hat man sich über einen Eilantrag gefreut, der Google für Arcorkunden blockieren soll. Laut Informationen von heise reichte die Firma, die einst die Sperrung von „Youporn“ verlangte, den Antrag aufgrund „systematisch begangener schwerer Straftaten auf den Webseiten www.google.de und www.google.com“ ein. Um es kurz zu fassen:

Arcor dürfte nach menschlichem Ermessen bekannt sein, dass man diese Webseiten als in Anspruch genommener Zugangsanbieter verbreite. Folglich trage der in Eschborn angesiedelte Dienstleister zumindest als Mitstörer zu den „entsetzlichen Verstößen auf dieser schrecklichen Webseite“ bei. Die Antragstellerin habe Arcor am 20. November auf den Befund hingewiesen und Gelegenheit gegeben, die Seiten des Suchmaschinenprimus zu sperren. Eine Reaktion sei daraufhin genauso wenig erfolgt wie auf eine formale Abmahnung drei Tage später. Die Inanspruchnahme gerichtlicher Hilfe sei daher nun unerlässlich.

Für meinen Geschmack ist dies ein echter Lasttest für das deutsche Rechtssystem, das sich durch immer wieder auftretende Irrwege im digitalen Zeitalter für die Rechtsprechung bezogen auf Onlineangebote und Internetdienstleistungen immer wieder in die Medien katapultierte. Wenn Arcor den Zugriff auf Google sperren soll, kann ich nur empfehlen: Macht das Internet zu! Alles ist böse.

4 Kommentare
  1. Boris sagte:

    Letzten Endes sind an solchen Eskapaden die gesetzgebenden Regierungen schuld. Mit idiotischen und unausgegorenen Gesetzen ermöglicht man die wirtschaftliche „Nutzung“ der Justiz erst.

    Und so blühen die Farcen, wo man hinschaut …

  2. David sagte:

    Das sowas nicht schon längst von irgendwelchen religiösen Fanatikern in den USA (i.e. Katholiken und Protestanten) in die Wege geleitet wurde, wundert mich.
    Wenn das Erfolg haben sollte müsste man natürlich konsequent alle Suchmaschinen sperren.
    Ein Problem ist natürlich tatsächlich, dass man bei Suchmaschinen auch oben genante Inhalte finden kann, wenn man nicht nach ihnen gesucht hat.
    Jeder der nach Pornos sucht, darf sich nicht beschweren, aber wenn Kinder harmlose Begriffe eingeben, ist das ja schon bedenklich. Suchmaschinen sind wichtig. Man sollte sie verbessern, anstatt sie zu schließen. Wenn man nur das findet, wonach man gesucht hat, ist ja alles okay.

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  1. Porno-Sperre für Google?…

    „Wenn sie einen Schmutzfinken wie mich schützen, dann schützen, sie euch alle“, sagte einst Larry Flynt, der als Herausgeber der Nackedei-Postille “Hustler” für die freie Meinungsäußerung kämpfte. Auch …

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